NEWS 2020

SALZBURGER FESTSPIELE

 

Archiv

1996

 

 

Kurt Rydl

in

Don Giovanni

 

 

 

 Unter Kult-Regisseur Patrice Chéreau kommt es

zu einer legendären Inszenierung

des Don Giovanni.

 

 

 

2 Jahrzehnte später erinnert man sich rückblickend:

 

"Zum Meilenstein wurde die Inszenierung

von Patrice Chéreau während der Intendanz von Gerard Mortier"

Gert Korentschnig, Kurier, 27.7.2014

 

 

 

 

Wolfgang A. Mozart

Don Giovanni

 

In italienischer Sprache


Wiederaufnahme

Premiere:
27. Juli 1996, 19:30 Uhr, Großes Festspielhaus

31. Juli 1996, 19:30 Uhr

02. August 1996, 19:30 Uhr

06. August 1996, 19:30 Uhr

09. August 1996, 19:30 Uhr

12. August 1996, 19:30 Uhr

 

 

BESETZUNG

 

Ferruccio Furlanetto, Don Giovanni
Kurt Rydl, Commendatore
Lella Cuberli / Viktoria Lukianetz, Donna Anna
Paul Groves, Don Ottavio
Catherine Malfitano, Donna Elvira
Bryn Terfel, Leporello
José Fardilha, Masetto
Vesselina Kasarova, Zerlina


Alessandro De Marchi, Cembalo
Instrumental Ensemble Salzburg, Bühnenmusik

Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Wiener Philharmoniker

 

Donald C. Runnicles, Musikalische Leitung
Patrice Chéreau, Inszenierung
Richard Peduzzi, Bühne
Moidele Bickel, Kostüme
Dominique Bruguière, Licht
Dietrich D. Gerpheide, Choreinstudierung

 

 

 

 

 

 

 

Ferruccio Furlanetto als Don Giovanni mit

Kurt Rydl als Commendatore

 

Kurt Rydl erinnert sich:

"Die Töne waren leichter zu finden

als der Schlauch zur Blutkonserve."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ferrucio Furlanetto (Don Giovanni)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bryn Terfel (Leporello)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lella Cuberli (Donna Anna)

 

 

 

 

 

 

 

 

Catherine Malfitano (Donna Elvira)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vessalina Kasarova (Zerlina)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurt Rydl (Commendatore)

 

 

 

 

 

 

 Die NEW YORK TIMES schrieb:

 

"Unfortunately, while this production could hardly have been associated with the old Salzburg Festival, it does not do much to create a firm foundation for the new one. The sets, by Richard Peduzzi, are meant to create an almost abstract background for the playing out of primal forces; they are flat, dimly lighted representations of characterless buildings and alleys in Don Giovanni's Seville. Sections of the stage are elevated to create a bench, a table, the tomb of the Commendatore. There is no garden, no churchyard. The effect is less of crisp restraint than of unremitting tedium. "Don Giovanni" is an opera with light, color and shadow; here, all is dull and airless."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Patrice Chéreau (Regisseur)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mangels eines Filmdokuments

beschreibt ein Artikel des Magazins

DER SPIEGEL

 

"Der Erwartungsdruck auf den opernscheuen Salzburg-Debütanten Chéreau war gewaltig: Nachdem der Regisseur vor 18 Jahren auf Bayreuths Grünem Hügel mit dem "Ring des Nibelungen" einen wunderbaren Schock ausgelöst hatte und danach als Wagner-Erneuerer regelrecht heiliggesprochen worden war, mußte er nun für Mortier die Kohlen aus dem Feuer holen.

 

Vor haushohen spanischen Wänden - der Bühnenbildner Richard Peduzzi hat den spanischen Schauplatz durch strenge, bedrückende Fassaden zum klaustrophobischen Niemandsland verengt - läßt Chéreau den weibernaschenden Strahlemann Don Giovanni zum erfolglosen Lebemann altern; für den zynischen Multiplikator der Eroberungen macht er abendfüllend Kassensturz, der Saldo: Höllensturz.

Keine pathetische Gestik, keine plumpen Arrangements, nicht eine Minute große Oper mit ihrer oft lächerlichen Theatralik. Chéreau arbeitet still, diskret, mit beispielloser Sensibilität, und die Frauen sind bei ihm immer in besten Händen.

Ähnlich einfühlsam wie 1976 in Bayreuth, als er Wagners Brünnhilde so sanft aus ihrem langen Schlaf wach küßte wie eine Mutter ihr Kind, liest er jetzt jede Reaktion von Mozarts Damen in Mozarts Noten ab.

Wie er die betrogenen Edelfrauen ihren verletzten Stolz in sparsamsten Bewegungen der Hände oder des Kopfes ausspielen läßt, wie ein Schleier mal behutsam, wie in Zeitlupe, gelüftet und dann wieder furios vom Haar gerissen wird, wie die Paare sich mal anrühren oder auch aus dem Wege gehen - alles das sind köstliche Miniaturen eines Könners, der die Menschen genau abhorcht, indem er genau auf Mozart hört.

Er verschafft sich den Zugang zu allen Figuren mittels Violinschlüssel, wenn Mozart Dur in Moll moduliert, ist das zu sehen. Wo ein Andante in ein Allegro umschlägt, kommt Bewegung auch in die Szene, und sei es nur mit einem kleinen Finger. In der Kunst, den Herzschlag der Musik mit dem Pulsschlag auf der Bühne zu synchronisieren, bleibt Chéreau der führende Kammermusiker und Psychologe unter den Regisseuren.

Szenische Delikatesse fügt sich in Salzburg mit imposanter musikalischer Leistung zum Glücksfall. .

 

So hat sich das lange Warten auf diesen "Don Giovanni" gelohnt, und auch Salzburg hat nun sein umjubeltes Chéreau-Wunder. Für Intendant Gerard Mortier, der ab September um die Verlängerung seines Vertrags verhandeln wird, bedeutet der Erfolg Trumpfas."

 

Klaus Umbach, DER SPIEGEL

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Patrice Chéreau probt mit Lella Cuberli und Catherine Malfitano

 

 

 

 

 

 

 

 

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